Update

Schon lange haben wir nichts mehr von uns hören lassen. Was ist die letzten Wochen passiert und was sind unsere kommenden Pläne? „Kritiker“ fragte das in einem Kommentar und darauf wollen wir doch mal antworten.

Nachdem wir uns erstmal von der Besetzung ausruhen mussten, konnten wir uns im Frühjahr so langsam wieder an die Arbeit machen. Zum einen ist da die andauernde Bearbeitung des Eckwertepapiers, die uniinterne Richtlinie für alle Prüfungsordnungen. Von neun Mitgliedern der daran arbeitenden Kommission sind vier Studierende, davon drei Bildungsstreikende. Seit 2007 existiert ein solches Papier, die Besetzung hat eine längst überfällige Überarbeitung angestoßen. Damit kann die Reform der Bachelor- und Master-Studiengänge, die vorrangig an der Uni vor Ort umgesetzt werden muss, erreicht werden. Noch steht die endgültige Fassung nicht, aber einige Themen dabei sind: Fächerkombinationen, Prüfungslast, Workload, Praktika, Auslandssemester, Anwesenheitspflicht, fachfremde Wahlpflichtfächer, Regelstudienzeit. Für weitere Anregungen sind wir immer dankbar!

Zum anderen konnten wir die Erhöhung der studentischen Sitze im Senat von 3 (von 31) auf 7 (von 35) durchsetzen. Damit haben wir ab der kommenden Wahl Ende des Sommersemesters 20% der Stimmen im Senat, der vorrangig für Fragen der Lehre zuständig ist (siehe Pressemitteilung).

Inzwischen wurden auch landesweite Forderungen der Streikgruppen in BaWü verabschiedet. Ein Prozess, der mühevoll seit Ende November lief und einige Nerven bei den Beteiligten gekostet hat.

Ansonsten haben wir unsere Lehren aus der Besetzungszeit gezogen. Damals hatten wir den Bologna-Koordinator Matthias Gaugele bei uns zu Gast und mussten erkennen, dass auch wir noch viele Defizite im Wissen über den Bologna-Prozess hatten. Und ein bisschen übertrieben gefragt: Wie wenig muss dann erst der Rest an der Uni wissen?!

Daher haben wir im Januar und Februar zwei Info-Veranstaltungen zum Bologna-Prozess für die Fachschaften organisiert; zusammen mit Herrn Gaugele, seinem Vorgänger Herrn Müller und unserem Prorektor Lehre Herrn Gießelmann. Mit ihnen läuft die Zusammenarbeit sehr gut, im Sommersemester werden wir sogar drei Diskussionsveranstaltungen für die Lehrenden anbieten, in denen der dann aktuelle Stand des Eckwertepapiers besprochen werden soll.

Diese Veranstaltungen bieten vor allem immer die Möglichkeit, sich über die Probleme, die rechtliche Lage dazu und etwaige Lösungen auszutauschen. Erfahrungsgemäß funktioniert das ganz gut.

Vergangenen Montag (8.3.2010) haben wir als Podiumsteilnehmer und Gäste an der vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) veranstalteten Konferenz zum Bologna-Prozess teilgenommen; ein Totalausfall, was die Änderungsbereitschaft des MWK angeht, und Feigenblatt für diejenigen, die jetzt schön behaupten können, „mit den Studierenden geredet“ zu haben. Der Kongress war bereits vor den Protesten geplant und die Themen wurden nicht mit Studierenden ausgewählt. Einen Folgekongress wird es nicht geben. Sollte es Erfolgsmeldungen über dieses Treffen geben, widersprechen wir mal vorsorglich…

Dafür aber gibt es Ende März ein Gespräch mit unserem Minister Frankenberg (CDU), welches über die Landesvertretung, die Landesastenkonferenz (LAK), organisert wird. Auch dorthin werden wir zwei Leute schicken. Themen werden Studiengebühren und die Verfasste Studierendenschaft sein.

Ansonsten können und möchten wir gerade nicht alles verraten, was wir in Petto haben :)

Viel Erfolg noch bei den Prüfungen!

Team Bildungsstreik

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