Nachtrag zu Dienstag

Auf Youtube ist ein Video von Cem Özdemirs Solidarisierunsrede vom Dienstag aufgetaucht, dass wir euch nicht vorenthalten wollen.

9 Kommentare zu „Nachtrag zu Dienstag“

  1. Henning sagt:

    “Aufgetaucht” ist gut. Ich hab’s gefilmt, der grünen Bundesgeschäftsstelle gemailt und die haben das zusammengeschnitten und online gestellt.

  2. Alex sagt:

    Ist das jetzt eine Protest- oder eine Wahlkampfseite

  3. Dennis sagt:

    @Alex: Ich finde es echt seltsam, dass aus der Juli-Ecke (die Gerüchten zufolge sich neuerdings lieber mit irgendwelchen Verbindungen solidarisiert) nur polemische Kommentare kommen.

    Vertretet doch mal mit der gleichen Leidenschaft auf dem Campus eure Ziele von Studiengebühren, nachfrageorientierter Hochschulpolitik mit Bildungshürden und Bildungskrediten.

    Die Pressemitteilung mit der Urabstimmung ist übrigens genauso interessant, wie unsinnig. Wie soll eine FaVeVe die Studierendenschaft denn vertreten, wenn in BaWü keine Verfasste Studierendenschaft erlaubt ist. Außerdem gibt es meines Wissens leider keine größere Hochschule die in den letzten Jahre nennenswerte Wahlbeteiligungen erreicht hat, was auch sein Grüne an dem Legitimationsproblem wiederum hat.

  4. Johannes Z. sagt:

    @Dennis:

    1. Polemik anpragern, aber selber jeden, der dagegen ist mit Hörsaalbesetzungen die Lehre zu blockieren, sofort in die Ecke “irgendwelche Verbindungen” stecken, passt in meinen Augen nicht zusammen.

    2. Ich spreche hier für mich, aber mit ein bisschen googlen lässt sich schnell herausfinden, was in Wirklichkeit die Forderungen der JuLis Baden-Württemberg in Bezug auf die Hoschulen sind.
    - Abbau von Überregulierung und Unterfinanzierung der Hochschulen
    - Leistungsbezogene Belohnung und Lehrevalution für Professoren
    - Verfasste Studierendenschaft wieder einführen
    - Drittelparität in allen Hochschulgremien
    - nachgelagerte Studiengebühren, die erst zurück gezahlt werden müssen, wenn ein überdurchschnittlicher Verdienst vorliegt
    - Ausbau von Fern- und Teilzeitstudienmöglichkeiten
    - 24h-Öffnung der Bibliotheken
    - Zulassung basierend auf Eingangsprüfung statt allein auf dem Abitur

    3. Da es, was ich auch kritisiere, in Baden-Württemberg keine verfasste Studierendenschaft gibt, gibt es leider auch keine Möglichkeit eine Vollversammlung oder ähnliches mit hinreichender Legitimität einzurufen. Aber genau deswegen kann diese Legitimation nur dadurch erreicht werden, dass man die Mehrheit der Studenten hinter sich versammelt, auch wenn das extrem schwierig ist.

  5. Alex sagt:

    1. Ich hab mich noch nie mit Verbindungen beschäftigt, hatte keinen Kontakt mit ihnen, hab mich nicht über sie informiert und auch noch nie mit ihnen geredet oder sonst was. Deshalb würde ich es mir nie anmaßen eine vorschnelle Meinung über sie zu bilden
    Ich höre immer nur, es sollen rechtsradikale sein, Nazis, usw. Mag stimmen, weiß ich nicht, möchte ich nicht bestreiten, möchte ich aber auch nicht bestätigen. Kann mich dazu nicht äußern.
    Genau aus diesem Grund würde ich mich auch nicht mit Ihnen solidarisieren. Einfach aus Unwissenheit.

    2. Scheint bei euch ein extremes Schubladen denken vorzuherrschen. “Bist du nicht für uns, bist du gegen uns. Und ausserdem bist du dann rechts.” oder wie wir gestern hören mussten: “Ein rechtes Frauenverachtendes Arschloch” um mal die Dame der “Neuen demokratischen Jugend” zu zitieren. Ich fang ja auch nicht an, euch alle über einen Kamm zu scheren, alles Linksradikale, welche eine eine Weltrevolution anstreben. Spätestens seit gestern, eigentlich schon woher, weiß ich, dass unter den Besetzern auch ein paar vernünftige Köpfe stecken, die es wirklich gut meinen, und denen es nur um die Bildung geht, und nicht um ein politisches System.
    Ich persönlich bin nicht gegen euch, ich bin nur entschieden gegen eure Methoden und genau das bringe ich auch zum Ausdruck. Ich finde es nicht richtig, dass sich euer Protest gegen die Studenten richtet, und nicht gegen das Rektorat, die Institute und Ministerien. Nein es geht allein gegen die Studenten. Die Dozenten sind froh, wenn die Vorlesung ausfällt und sie sich anderen Dingen widmen können.
    Ihr solltet lieber mit den Studenten zusammen arbeiten, auf sie zugehen, sie von eurer Sache überzeugen, sie um deren Unterschrift bitten, so dass ihr darlegen könnt, dass wir (ich sag nun bewusst wir, weil ich viele Punkte, nicht alle, im Protestbrief gut finde) nicht alleine unzufrieden sind.
    Mit dem Willen der in euch steckt, >35 aktive Besetzern, und der Zeit die ihr gerade in die Besetzung usw steckt, könntet ihr in kürzester Zeit sehr viele Studenten auf den Campi ansprechen und sie mit einer kleinen Unterschrift signalisieren lassen, dass sie hinter euren Forderungen stehen. Nur leider bezweifle ich, dass sich daran auch nur halb so viele beteiligen, wie an der Besetzung.
    Es gibt die Gruppe, die wirklich mit Herzblut dabei ist, und der ich auch andere gute Aktionen zutrauen würde, ohne irgendwelchen politischen Hintergrund.
    Dann gibt es die Gruppe(n), welche das linke politische Spektrum einnehmen, Bildungspolitik komplett für sich vereinnahmen, aber auch diese Plattform nutzen um die Weltrevolution ausrufen. Das sind leider auch die, die am lautesten schreien, damit am öftesten gehört werden und auch das Bild von euch, das die anderen Studenten haben, maßgeblich beeinflussen.
    Und dann gibt es noch meine Lieblingsgruppe der Dilettanten. Eifern ihren Vorbildern der 68er Bewegung nach, man muss ja auch mal gegen das System sein und demonstrieren. Ach und perfekt, wieder ein Grund zum Party machen. Diesen Leuten würde ich nie zutrauen, dass sie bei irgendwelchen anderen Aktionen dabei wären, weil sie einfach nciht so bequem sind. Im Hörsaal ist es warm, es gibt Bier, man schaut Fussball, es kommt ne Band, ja ne richtige Party eben. Sätze wie “Wer ne Gitarre hat, bringt ne Gitarre mit, wer Bier hat bringt Bier mit, wer Samba tanzen kann, tanz Samba. Macht Party mit uns!” oder “Das ist jetzt ernst, wir müssen noch Bier besorgen. Wer macht das?” – “Der, der noch fahren kann!” Ja ihr werdet es nicht glaube, das prägt das Bild nach außen auch gewaltig. Und noch was: Nüchtern arbeitet es sich in Arbeitsgruppen effektiver, ganz bestimmt.
    Ich weiß das ganz bestimmt nicht alle so sind, aber dann versteh ich es nicht, dass man sich von so Leuten vereinnahmen lässt, aber anderen Studenten, welche vielleicht nicht die selbe Meinung haben, aber trotzdem gerne vernünftig diskutieren wollen, und auch mit den Zuständen unzufrieden sind, ausgeschlossen werden sollen. “Wir wollen zwar Studenten mobilisieren, aber nicht solche wie euch.” Bei dem Wir-Gefühl, das die Aktiven (wie sie sich so gerne nennen) an den Tag legen, könnt man fast meinen Ihr wollt gar nicht, dass sich weitere Studenten anschließen.

    4. Warum du jetzt mit JuLis anfängst ist mir unklar. Ich bin zwar JuLi und bekenne mich auch dazu, aber ich bin nie als JuLi im Plenum in Erscheinung getreten. Wenn nicht gerade Molle oder Karin bescheid wüssten, dann wäre ich wahrscheinlich immer noch in der Burschi-Schublade. Ach in der stecke ich ja sowieso, da ich mich kritisch äußere.
    Ich bin einfach als Student da, der sich für Bildungspolitik interessiert und wenn ihr schon ein offenes Plenum abhaltet, dann hätte ich, als ordentlicher Student, auch gerne Mitspracherecht.

    5. Und woher willst du wissen mit welcher Leidenschaft ich mich für Bildungspolitik einsetze. Nur weil ich vllt nicht auf dem Campus aktiv bin, oder weil ich nicht einen Hörsaal besetze?
    Ich setze mich das ganze Jahr für Verbesserungen in der Bildung und auch anderen politischen Bereichen ein. Auf einem anderen Weg, direkten Weg, der vllt nciht so viel Aufmerksamkeit erregt, aber dennoch mit Leidenschaft, nicht nur von mir, bestritten wird.

    6. Johannes ich find das doof, dass du mir mit 1. 2. 3. vorweg gegriffen hast, jetzt kommt das doof weil ich das nun auch gemacht hab, aber die Idee hatte ich schon, als ich vorhin Dennis’ Beitrag gelesen hab. ;) *g*

  6. Heizbert sagt:

    Wird die Besetzung nicht gerade deshalb geduldet weil sie eben keineswegs Lehre blockiert?
    Und dann anderen Polemik vorwerfen, na danke.

  7. Dennis sagt:

    Naja also uns ist das nicht im verborgenen geblieben wer wie über uns twittert ( und das über den JuliStuttgart-Account) und auf unseren Blog schreibt. Im Übrigen kenne ich die meisten von euch über den RPJ und kenn mich ganz gut mit den JuLi-Positionen aus, muss mich regelmäßig damit auf Podiumsdiskussionen auseinandersetzen.

    Studiengebühren sind auch nachgelagert nicht sozial, da sie sich nicht am Einkommen orientieren und die Einkommenssteuer ist da wesentlich besser geeignet genau das zu erreichen. Nachgelagerte Studiengebühren beißen sich übrigens sehr stark mit dem FDP-Modell der Entlastung der Mittelschicht.

    Die FDP und die Julis sprechen sich massiv für mehr Wettbewerb um Drittmittel und Forschungsmittel aus, das führt in keinster Weise zur Verbesserung der Lehre, sondern nur der Forschung.

    Ok die Julis sind für eine Verfasste Studierendenschaft, aber die FDP setzt sich nciht dafür ein. Und in welcher Form soll es denn die FaVeVe tun, wenn es ihr nicht erlaubt ist?

    die Aufklärung der Studenten findet jeden Tag statt, wir sind im Hörsaal nur u.a. auch deswegen tagsüber nicht wesentlich mehr weil viele dabei sind Infoblätter und Stände zu halten.

    Ich habe bei den Verbindungen bewusst provozieren wollen und von einem Gerücht gesprochen, denn die Forderungen der Verbindungstypen im Plenum waren alle recht ähnlich, was zu dem Gerücht auch geführt hat.

    Auch bei uns gibt es viele Leute die sich in unterschiedlichen politischen Gremien (ich unter anderem auch) und Parteien engagieren, aber wir versuchen das beim Streik nicht einzubringen. Deswegen verstehe ich es wie gesagt nicht.

    Die meisten Vorlesungen finden übrigens trotzdem statt und wir haben uns anfangs sogar um manche Verlegung gekümmert.

  8. Benjamin sagt:

    Nah Klasse, wenn die JuLis _für_ die verfasste Studierendenschaft ist, darf ich ja endlich ohne schlechtes Gewissen _gegen_ die Wiedereinführung der verfassten Studierendenschaft sein.

    Werden bei diesem Thema überhaupt noch Vor- und Nachteile diskutiert, oder sind einfach alle kategorisch dafür? Jeder kann sich vorstellen, was sich die Parteien davon erhoffen – nur was verbessert sich für den Studenten (Genus!)?

    …übrigens: Schonmal aufgefallen, wie fett Stuttgart (mal wieder) mit Wort und Bild in den Medien ist, im Vergleich zu Tübingen oder Freiburg? Yea, babes!

  9. Fred sagt:

    Gutes Stichwort! Kann bitte mal jemand die Vor- und Nachteile der verfassten Studierendenschaft nennen?

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